Gentle Giant

v.l.n.r
Derek Shulman  (g, b, harm, voc),
Ray Shulman (voc, perc, g, tr, sax),  
Gary Green (g, voc),
John Weathers (dr, perc, voc)
Kerry Minnear (key, ce, perc, voc),

Zur Homepage von Gentle Giant Klick für die Homepage von Gentle Giant

 Frustriert von ihrer Popband “Simon Dupree And The Big Sound”, die 1967 mit "Kites" in England einen Top Ten Hit hatten,   gründeten 1968 die Brüder Derek (*11.2.1947), Ray (* 3.12.1949) und der Saxofonist Phil Shulman (* 27.8.1937)  mit dem Drummer Martin Smith in Glasgow "Dynamics Of Gentle". Die Brüder Shulman haben diesen Hit gehasst, was ich verstehen kann nachdem ich das Lied mal gehört habe. Es ist grauenhaft.  Man kann sich auch heute noch davon überzeugen, denn der Title findet sich auf einigen Oldisamplern wieder.     Bald darauf kamen Kerry Minnear (* 2.1.1948) und Gary Green (* 20.11.1950) hinzu. Als Gentle Giant strebten sie ab 1970 einen progressiven Art-Rock an, der  an den Sound von King Crimson und Yes erinnerte.

Beim erscheinen der ersten LP dachte man sich, na ja wieder eine Band die  versucht in den Markt der progressiven Musik einzudringen. Aber schnell wurde man eines besseren überzeugt. Spätestens nach dem dritten Album “Tree Friends”  ( für mich zusammen mit “In a Glasshouse” das beste was  Gentle Giant gemacht haben ) wußte man, dass hier eine Gruppe mit hoher musikalischer Potenz am Werk war. John WeathersNach der dritten LP "Three Friends" löste John Weathers 1972 Martin Smith ab. Weathers spielte zuvor bei Eyes Of Blue, Ancient Grease und Big  Sleep und unterstützte Graham Bond und Pete Brown.
 
John Weathers:Drums, Percussion, Vibraphon,Vocal
Gentle Giant sollten nach dem Wunsch ihrer Gründer aus dem Popmarkt ausbrechen. Die Bandstruktur erinnerte an die eines kompletten Orchesters, wobei die Musiker sogar während der Songs die Instrumente wechselten (von Kritikern gern als musikalischer Hürdenlauf bezeichnet) und so musikalische Vielfalt demonstrierten. "Das eigenwillige Rock-Ensemble" (Musik Express) suchte stets das  Experiment und mischte konventionellen, kraftvollen Rock mit Free Jazz, Barock-Traditionen, Folklore und Strawinski-Dissonanzen. Die schwierige Rhythmik und der komplizierte Song-Aufbau sprach anfangs nur ein  kleines, elitäres Publikum an.

1973 hatte Phil Shulman den Tourneestreß satt, verabschiedete sich von der Band und kehrte in seinen Beruf als Musiklehrer zurück. Das verbliebene "Kollektiv der Individualisten" (Musik Express) veröffentlichte 1974 mit "The Power And The Glory" (Platz 46 der US-Albumcharts) seine kommerziell erfolgreichste LP, die völlig überraschend in die amerikanischen Charts einzog. Die Band inszenierte jeden Song als Kunstwerk . Dieser oft kammermusikalische Charakter verlangte von den Zuhörern äußerste  Aufmerksamkeit.

Im Verlauf der bis 1980 regelmäßig in unveränderter Besetzung erscheinenden Alben begann "der volle Sound geprägt von Saxofon, Vibrafon, Orgel, Bass und einem sparsamen Moog" (Sounds) sich zu wiederholen. Die Studiotechnik erhielt einen zu großen Stellenwert und dadurch traten Gentle Giant künstlerisch auf der Stelle. Um eine größere Transparenz und damit den Kontakt zum Publikum
wiederherzustellen,  kündigten Gentle Giant "The Missing Piece" als einen Wendepunkt an. Sie blieben jedoch weiterhin die Favoriten eines kleinen, exklusiven Fankreises und überlebten sich schließlich.

Derek Shulman ging als Artist & Repertoire-Manager nach New York,( wo er z.B. Bon Jovi) entdeckte während sich sein Bruder Ray als Produzent der Sugarcubes und Sundays durchsetzte.

 Der überwiegende Teil des Repertoires der Gruppe wurde in den 90er Jahren auf dem deutschen          
Label Line herausgegeben, und die Gruppe erlebte dadurch eine  bescheidene Wiederbelebung. Schade eigentlich, es war eine sehr interessante Musik, wie man sie heute leider , im Zeitalter der Samples, nicht mehr zu hören bekommt.

Derek Shulman

Derek Shulman

Ray Shulman

Ray Shulman

Kerry Minnear

Kerry Minnear

Gary Green

Gary Green

 Zur Gentle Giant Diskographie klick hier