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1982 Andrew Latimer: Guitar, Vocals Kit Watkins: Keyboards, flute Andy Dalby: Backup guitar Chris Rainbow: Vocals Stuart Tosh: Drums, Vocals David Paton: Bass, Vocals
Interne Probleme der Band waren nicht die Sorge von Decca Records, bei denen Camel unter Vertag standen. Decca lehnte es ab länger auf die Veröffentlichung eines neuen Albums oder einer Single zu warten. Sie erhöhte den Druck auf die Band auch ohne Andy Ward eine Single zu produzieren. Latimer mußte akzeptieren das sein Freund Andy Ward sich nicht mehr erholen würde und er das einzige Urmitglied von Camel war. Das Album "The Single Factor" wurde im April 1982 realisiert. Der Druck ein Album zu produzieren, hatte eine merkwürdige Mischung von Liedern entstehen lassen. Während der Aufnahme von "Nude" in Studio 3 in den Abbey Road Studios, zeichnete Alan Parsons Project in Studio 2 ein Album auf. Neugierig wie Musiker nun mal sind, kamen Sänger Chris Rainbow und Bassist/Sänger David Paton, während der Aufnahmen zu Camel ins Studio. Dabei wurden neue Freundschaften geschlossen. Das sieht man an der Besetzungsliste von "The Single Factor". Chris Rainbow und David Paton die auch viel mit Alan Parson arbeiteten sind plötzlich als Musiker aufgeführt ebenso Ihr Kollege Stuart Tosh (alle 3 Schotten). Eine Reihe anderer guter Musiker sind als Gäste vertreten. Anthony Phillips (ehemals Genesis), Francis Monkmon (Curved Air, Sky), Simon Phillips (Mike Oldfield,The Who, Jeff Beck, Toto), Dave Mattacks (Fairport Convention) und Graham Jarvis (Cliff Richard). Auch der Streit mit Peter Bardens hatte sich gelegt und Bardens ist ebenfalls als Gastmusiker vertreten. Auf der Promotion Tour für "The Single Factor" hatten die Musiker so viel Spaß das Andy Laitimer sagte, das wäre die lustigste Tour seines Lebens gewesen. Das hatten sie den 3 Schotten zu verdanken die immer zu Späßen aufgelegt waren. Dann 1983 stand fest das Andy Ward nie mehr musizieren konnte und nach fast genau 13 Jahren verließ er offiziell Camel.
1983
Das fehlen von Andy Ward gerade jetzt im Übergangsstadium von Camel war sehr problematisch. Das ganze wurde aber noch überschattet von rechtlichen Problemen, denn der ehemalige Manager Geoff Jukes hatte eine Klage laufen gegen Camel, die noch aus der Zeit stammte als Peter Bardens die Band verließ. Im Jahr 1983 kam die gerichtliche Auseinandersetzung so richtig in Schwung und würde 5 schwere Jahre für Andy Latimer bringen. Aber das war ihm Camel wert. Es gab aber auch gute Tage in diesem Jahr, ein neuer Vertrag mit Decca Records, die nun von PolyGram übernommen worden war. Bei den Verhandlungen für den neuen Vertrag war Latimer mit Ton Scherpenzeel von der Gruppe "Kajak" in Kontakt gekommen, dessen Keyboardspiel ihm schon immer gefallen hat. Ton machte einen Besuch in London und die zwei Musiker machten Pläne, das neue Studioalbum von Camel "Stationary Traveller" aufzuzeichnen.
1984 v.l.n.r Ton Scherpenzeel: Keyboards Colin Bass: Bass Andrew Latimer: Guitar, flute, vocals Chris Rainbow: Vocals Paul Burgess: Drums
"Stationary Traveller" erschien im April 1984 (auch schon auf CD, was nicht selbstverständlich war 1984). Das Album bekam gute Kritiken und war auch sehr gut gelungen. Camel war wieder on the Road. Colin Bass kam zuruck nach England und ging mit Camel auf Tour. Ebenso schloß sich Chris Rainbow und Paul Burgess (Jethro Tull, 10cc) der Tour an. Allerdings war der Radius der Tour stark eingeengt, da Ton Scherpenzeel panische Angst vor dem Fliegen hat. Ton machte seine Sache als Keyboarder bei der Aufnahme und der Tour so gut, das sowohl die Kajak wie auch die Camel Fans begeistert waren. Inzwischen hatte Produzent Mike Mansfield die Band gehört und wollte Camel in seiner Fernsehserie "Mirror Image", für das englische Programm Channel 4, filmen. Gleichzeitig wurde ein Livealbum und ein Livevideo mitgeschnitten. Aber wegen Problem bei den Aufnahmen konnte man nur den zweiten Teil des Konzerts brauchen, der erste war zu dunkel geworden. Polygram hätte den ersten Teil des Videos vernichtet wenn nicht Decca zwischenzeitlich Polygram übernommen hätte. Und Decca Records bestand darauf das auch der erste Teil veröffentlicht werden sollte. Es wurde nachgearbeitet und verschiedene Tracks auf den Videos veröffentlicht. Davon versprach sich Decca, das eine größere Auswahl an Titeln auch einen größeren Umsatz bringen würde. Bei dem Livealbum "Preesure Points", das am 11 Mai 1984 im Hammersmith Odeon aufgezeichnet wurde spielte auch Peter Bardens an den Keyboards mit. (Persönliche Anmerkung: Ein, für mich, durch und durch gelungenes Konzeptalbum)
1985-1991 v.l.n.r Andrew Latimer Attorney, Clive Ransome Peter Bardens Andy Ward Doug Ferguson
Der Rechtsstreit mit Jukes erreichte seinen Höhepunkt 1985. Latimer teilte seine Zeit zwischen Rechtsanwalts- büros und Schallplattenfirmen auf und suchte eine Möglichkeit, Camels neues Material "Dust and Dreams" zu veröffentlichen. Bei allem was er unternahm wurden ihm Steine in den Weg gelegt, aber der Rechtsstreit sollte sich schließlich doch zum Guten wenden. Als Latimer alte Verträge unter die Lupe nahm, fand er heraus, das Camel Tantiemen zustanden, die niemals von Camels Management und der Produktionsfirma GAMA Records gezahlt worden waren. Von dieser Entdeckung angespornt, besorgte sich Latimer die Unterstüetzung Bardens, Ward und Fergusons um gegen GAMA zu klagen. Diese Klage würde kurz und erfolgreich sein. Am 25. März 1985, lange überfällig, ernteten sie die Früchte ihrer gemeinsamen Arbeit von früher. Vereint in dem gleichen Rechtsanwaltsbüro, in dem Ward seinen Rücktritt von Camel vor zwei Jahren entgegen genommen hatte, begannen nun bessere Zeiten. Die früheren Band-Mitglieder einigten sich in ihrem Rechtsstreit mit GAMA und erhielten die erste von vielen Tantiemenzahlungen, die noch folgen sollten. Nachdem die Formalitäten erledigt waren, feierten sie in ihrem Erfolg. Alte Wunden heilten, Erinnerungen blühten auf und obwohl sie nicht daran interessiert waren, wieder zusammen zu spielen, trennten sich alle als Freunde. Geoff Jukes hatte im Endeffekt die Fruchtlosigkeit seines Rechtsstreites eingesehen und bot eine Einigung an. Nachdem alle Rechtsanwaltskosten, allgemeinen Ausgabem und Gerichtskosten bezahlt waren blieb für Camel "...gerade genug um ein Abendessen für eine Person in einem Bristo zu zahlen". Aber es war ein moralischer Sieg von großem Ausmaß und das Ende eines langen Steites für Camel. Nach der Übernahme durch PolyGram erreichten die Neuerungen bei Decca ihren Hoehepunkt und Latimer sah, dass Camel aus ihrem Vertrag raus musten. Nach 10 jaehriger Zusammenarbeit entschieden sich Decca und Camel am 10. April 1985 in beidseitigem Einverständnis getrennte Wege zu gehen. Camel war frei um nach einer mehr gleichgesinnten Plattenfirma ausschau zu halten, aber diese neu gefundene Freiheit brachte auch einen Schock für Latimer ,wie er später sagte "für das Zeug würde keiner in den Knast gehen" (bedeutet im übertragenen Sinne, die Musik war so schlecht). Dieses Material wurde zur Grundlage für Dust and Dreams. Spät im Jahr 1987 begann er Verhandlungen mit EG Records, wie es zunächst schien recht erfolgreich. Als kleine Company, EG vertrieb , um einige Namen zu nennen, Brian Eno, Robert Fripp und Brian Ferry, und die Camel / EG Hochzeit schien ein vielversprechender Schritt zu sein. Aber die Verhandlungen zogen sich 6 Monate in die Länge nur um am Ende abrupt zu enden, als man Latimer fragte, warum Peter Frampton nicht mehr in der Band spielte.....(Framton hatte nie mit Camel gespielt. Gemeint war Peter Bardens. Peter Frampton gründete fast zur gleichen Zeit mit "Camel" seine eigene "Camel" und brachte ein Album raus, dann kam ein Rechtsstreit und er nannte sich in "Peter Framptons Camel" um. Camel klagte weiter und Peter Frampton gab den Namen "Camel" ganz auf. Peter Frampton's Camel waren in dieser Zeit bekannter als die echten Camel! Disillusioniert machte Latimer einen drastischen Wechsel. Mitte 1988 verkaufte er sein Londoner Haus und zog nach Amerika. Er nahm eine Auszeit von einem Jahr und wärend dieser Zeit kam er zu der Einsicht, dass der Schlag ins Gesicht, der ihm EG Records gegeben hatte, ein Zeichen für die Zukunft Camels war. Er entschied, das die zweite Hälfte von Dust And Dreams "einfach nicht ganz richtig" war und schrieb es 1990 neu. Er nutzte die Einnahmen aus dem Verkauf seines Londoner Hauses um den Bau eines kleinen Studios zu finanzieren und hier nahm er Dust And Dreams auf. Darauf hin machte er sich auf, um aufs neue einen Deal zu machen, aber diesmal hatte er ein fertiges Produkt und die Dinge würden diesmal anders sein. Dachte er zumindest..........
1992 v.l.v.r Mickey Simmonds: Keyboards Colin Bass: Bass, vocals Paul Burgess: Drums Andrew Latimer: Guitars, vocals
Latimer blickte auf seine Erfahrungen zurück und amüsierte sich. Als "Dust and Dreams" produziert und fertig für die Veröffentlichung war, schien es einfach zu sein eine Plattenfirma zu finden. Aber Ihre Erwartungen bestätigten sich nicht, und die Zeit verging ohne Erfolg. Nach längeren und unproduktiven Verhandlungen mit Virgin Records A&R Latimer zusammen mit seiner Partnerin Susan Hover, entschieden sie sich mit dem Geld vom Verkauf ihres Londoner Hauser eine eigene Plattenfirma zu gründen, nämlich Camelproductions. Sie brachten also "Dust and Dreams" selbst auf den Markt. "Dust and Dreams" brachte Latimer einen Schock, aber den eines nie geahnten Erfolges. Der direkte Verkauf an Händler, die Camel kannten, führte das Album zu großem Erfolg. Die Verkäufe waren berauschend. Bald organisierte CP eine Welttournee und brachte das erste Album “Camel” auf CD heraus. So begann die Wiederbelebung von Camel mit 2 CD's nämlich mit dem 1'ten Album "Camel” und den neuen Album "Dust and Dreams”. In der Zeit, während das Studio eingerichtet wurde, fielen Latimer einige alte Bänder in die Hände, diese seltenen Aufnahmen machten den Anfang einer höchst erfolgreichen "Official Bootleg" Serie. Latimer ärgerte sich über die schlechte Tonqualität und die überhöhten Preise die für illegale Bootlegs gefordert wurden. Bald wurde "Warning Camel on the Road 1972" das Aushängeschild dieser Serie. Das CD Inlett wurde durch ein lustiges Verkehrsschild inspiriert. Es war als Inlett witzig und günstig im Preis. Nach 7 Jahren, im August 1992, war Camel wieder bereit auf Tournee zu gehen. Paul Burgess war wieder Drummer und Mickey Simmonds Keyboards kam hinzu. Colin Bass und Andy Latimer waren jetzt die Hauptstützen von Camel, und die Fans feierten Camel. Die Tour wurde ein großer emotionaler Erfolg und einige der Musiker hatten Mühe ihre Freudentränen zurück zu halten. Die Tour schloß in Londons Town & Country Theatre. Danach wurde im Hotel lange gefeiert, bis tief in die Nacht.
1993-1996
"Leben ist das was passiert, während man Pläne macht" so geht ein Sprichwort. Anfangs 1993 als Latimer uns Bass dabei waren, die Produktion von "Never let go" vorzubereiten,eine Liveaufzeichnug der 92'er Tour, ein trauriges Ereignis zeichnete sich am Horizont ab. Im März 1993 verstarb der Vater von Andy Latimer, das brachte neue Einsichten für sein Leben. Stan Latimer, der Vater selbst Musiker, hatte das Talent seines Sohnes Andy Latimer erkannt und gefördert. Diese Erfahrung des Todes hat Ihn so geschockt das die Produktion von "Never let go" bis August 93 verschoben wurde. Danach verbrachte er viel Zeit mit seiner Familie. Als sie Geschichten und Erinnerungen von Stan Latimer und ihrer gemeinsamen Vergangenheit erzählten, entdeckte Latimer seine Wurzeln. 1994 ging er in sein Studio zurück und suchte Trost in der Musik und begann mit der Arbeit an einem Album das später "Harbour of Tears" heißen sollte. Latimer brachte seine Gefühle mit in dieses Album ein und ließ es enden mit dem Titel "The Hour Candle(ein Lied für seinen Vater) " welches inspiriert war bei einer Hymne, die bei dem Begräbnis seines Vaters gesungen wurde. Durch die Anteilnahme der Fans kam Latimer langsam über den Kummer des Verlustes hinweg und begann eine Tour vorzubereiten.
1997-1998 v.l.n.r. Foss Patterson: Keyboards Colin Bass: Bass, Vocals Dave Stewart : Drums Andrew Latimer : Guitar, vocals
Camel bereitete sich vor wieder auf Tournee zu gehen. Auf der 92 Tour haben die Fans bewiesen,das sie trotz längerer Pause Camel treu geblieben waren. 1997 Tournee war sogar noch erfolgreicher und sie fanden neue Anhänger im jetzt geöffneten Ostblock, einschließlich Polen und der Tschechischen Republik. Es folgte eine weitere Liveaufnahme incl. Video das 1998 als "Coming of age" veröffentlicht wurde. Aufgenommen in Los Angeles Kalifornien, wurde das Konzert von Fans und Freunden gleichermaßen besucht, einschließlich Peter Bardens, dessen Gegenwart dem Publikum angekündigt wurde, als Latimer "Never let go" seinem alten Freund Peter Bardens widmete. Am Ende des Konzertes folgte eine spontane Party, und Latimer und Bardens schwelgten in alten privaten Erinnerungen bis in den frühen Morgen, während die anderen die Nacht hindurch feierten. "Coming of Age" bewies das hohe Niveau von Camel als Liveband. Akustisch wie visuell. Diese Tour war genauso Leidenschaftlich wie die 1992 Tour. Die Begeisterung der Fans war sehr groß.
1999
Dave Stewart : Drums Colin Bass : Bass, vocals Andrew Latimer : Guitars, vocals
Zur Jahrtausendwende hatte Camel es geschafft allgemein akzeptiert zu sein und war durch die eigene Produktionsfirma frei von den Launen und dem Druck großer Plattenfirmen. Gleichzeitig hatte Camel ein hohes Niveau an Akzeptanz bei den Fans und Reife erreicht. Unabhängikeit ist schwere Arbeit, aber letztlich zufriedenstellend und künstlerische Freiheit, ein Preis der es wert ist zu zahlen. Camel bereitete das letzte Album für dieses Jahrhundert vor. Bass der schon lange in der Weltmusikscene tätig war, schenkte Latimer ein Buch mit dem Titel " World Music - A Rough Guide” In dem Teil über Arabische Musik las Latimer über die Form musikalischer Dichtung, genannt "rajaz", in früheren Zeiten gesungen, "rajaz" war eine spontane Komposition die von Rythmus der Kamelhuftritte abgeleitet wurde um den erschöpften Reisenden zu helfen sein Ziel zu erreichen. Latimer war von der Idee besessen, das der Rythmus von Kamelen den Menschen helfen würde das Ende Ihrer Reise zu erreichen. Indem er zu seinen Musikalischen Wurzeln zurückkehrte komponierte er hauptsächlich auf der Guitarre und 1999 erschien das Album "Rajaz". Ton Scherpenzeel kam zurück und arbeitete wieder mit Camel zusammen. Da Ton Flugangst hat wurde das Album über das Internet produziert. Jeder von seinem Studio aus. Latimer in USA und Scherpenzeel in Holland. Dabei planten die beiden früheren Bandfreunde neue Projekte zusammen und einen Gastauftritt beim 2000'er "Kajak" Album. Für mehr als 27 Jahre war Camel ein bedeutender Faktor in der Musikscene. Musiker kamen und gingen "einige kehrten zurück". Einige Alben waren besser als andere aber das war schon immer so. Aber die einzige Kraft hinter Camel war immer Andrew Latimer. Latimer hat Camel durch alle Höhen und Tiefen der Musik geführt. Alle stimmem damit überein das Latimer nie den Sound von Camel aufgeben hat trotz aller musikalischen Modeerscheinungen. Latimer blieb sich immer selbst treu und es ist sein Sound der den Zuhörer fazinierte zu allen Zeiten von Camel.
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